Nachbericht: KRIEG! FLUCHT. GEFÄNGNIS?

Am 28. September waren Stefan Buchen und Wolfgang Bauer auf Einladung von CULTURE|connection e.V. in der WERKSTATT3. Beide Autoren befassen sich in ihren aktuellen Büchern aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema Migration.

lesung -9665Wolfgang Bauer las zu Beginn einige sehr eindrucksvolle Passagen aus „Über das Meer“. Er hat sich undercover mit Syrischen Flüchtlingen auf den Weg gemacht um von Ägypten aus mit Booten Europa zu erreichen. Die Beschreibung dessen, was er dabei erlebt hat machte betroffen.

Stefan Buchen erzählte mehr als er las von seinen Recherchen über die Kriminalisierung syrischer Menschen die seit langem in der Bundesrepublik leben und nun von hier aus versuchen den Menschen aus dem Krieg zu helfen hierher zu kommen. An einem konkreten Beispiel eines syrischstämmigen Ingeneures machte Stefan Buchen anschaulich, was einen Menschen dazu bewegte Fluchthilfe zu leisten.
Gerade die Tatsache, dass dieser Mann zuverlässig und ehrlich war und alles gut organisierte dazu führte, dass über Mund zu Mindpropaganda immer mehr Leute von ihm hörten. Genau darum strengte der Staat einen Prozess gegen ihn an, eine Verurteilung wurde herbeiführte und eine Krimineller geschaffen der nur helfen wollte und der nach Verbüßung seiner Haftstrafe auf einem Berg von Schulden saß und seinen guten Arbeitsplatz verloren hat.

lesung -9696Stefan Buchen stellte anschaulich da wie humanitäre Hilfe kriminalisiert wird und stellt die Frage, ob wir dies gesellschaftlich wollen.

In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, dass beide Autoren nicht naive „offene Grenzen“ fordern und auch nicht der Meinung sind, alle Fluchthelfer wären gute Menschen. Das Bild stellte sich sehr differenziert dar. Das Publikum stellte spannende und interessante Fragen über das Thema Syrienkrieg, Flucht und Fluchthilfe bis hin zu Perspektiven für die Deutsche Politik und Gesellschaft.

Wir danken Herrn Bauer und Herrn Buchen sowie dem Publikum für die Veranstaltung und der W3 für die Unterstützung.